Veranstaltungen 2018

 

Altenburg Akademie für strukturelle Traumafolgestörungen Altenburg GbR

Renate Hochauf

Wochenendseminar: „Vorgeburtliche und Geburtstraumata als möglicher Kernfokus therapeutischer Prozesse“

Achtung ! Veranstaltung ist ausgebucht! Anmeldungen auf Warteliste sind möglich!

Frühe traumatische Erfahrungsprägungen scheinen, wie neurobiologische Erkenntnisse aufzeigen, infolge des noch unreifen Cortex vor allem in impliziten Gedächtnisstrukturen gespeichert zu sein. Dieser Zeitraum umfasst die vorgeburtliche Entwicklung des Gehirns bis etwa dem 18. Lebensmonat.  Jenseits dieser Lebenszeit wird neurobiologisch der Hippocampus funktionsfähig, so dass allmählich Langzeitgedächtnis, kortikal-emotionale Erfahrungsverschichtung, Symbolisierung und Reflexion möglich werden. Die Integration nicht traumatischer früher Erfahrungen kann über diesen Reifungsprozess in die weitere Selbst-Entwicklung einfließen. Frühe Traumata, in besonderem Maße aber pränatale Extremerfahrungen verbleiben implizit auf sensomotorischem Niveau, was lebenslang posttraumatische Verarbeitungsmuster in spätere Erfahrungen im Sinne der Angstbindung projiziert.

Deshalb fließen frühe insbesondere pränatale Traumaabbildungen auch in therapeutische Prozesse stumm als sensomotorische Matrizen ein, ohne im üblichen psychotherapeutischen Kontext bearbeitbar zu sein. Diese implizite Matrizen verhindern Integrationsvorgänge, aber auch psychoanalytische Prozessverarbeitung, da sie nicht thematisiert werden können.

Unbewältigte prä-, und perinatale frühe Traumata, die vorrangig existentiellen Charakter haben, scheinen außerdem als „Grundmatrize“ für spätere Traumata zu wirken und mit diesen im Komplex dissoziativ verknüpft aktiviert zu werden, ohne dass ein aktiver Erinnerungszugang möglich wäre. Damit potenziert sich offensichtlich auch die pathogene strukturelle Komponente solcher Erfahrungen für die Persönlichkeitsbildung und die Intrusion von späteren Traumaerfahrungen im Sinne einer komplexen posttraumatischen Belastungsstörung.

Ein psychotherapeutischer Prozess ist deshalb zwingend angehalten, den frühen Bereich der Erfahrungsbildung in die Therapie einzubeziehen.

Implizite Strukturen sind sensomotorische, handlungsaffektive Prägungen in subkortikalen Gedächtnisbereichen. Sie haben subkortikalen Eindruckscharakter und somit keine dynamische Qualität.

Für das therapeutische Vorgehen ist deshalb wichtig, implizite Prozesse nicht assoziativ-regressiv-dynamisch zu intensivieren, wie dies bei nichttraumatischen Erfahrungen möglich ist. Vielmehr müssen sich zunächst die Interventionen an dem speziellen impliziten Abbildungscharakter anpassen, indem sie eine situative Weiterverarbeitung unterstützen. Dies gilt sowohl für die Behandlung des „Materials“ als auch für den Umgang mit Übertragungen.

Dieses Vorgehen gilt besonders für vorsprachliche, insbesondere pränatale Erfahrungen und soll in diesem Workshop diskutiert werden.

 

Samstag, den 17.03.2018 von 15.00Uhr bis 19.15 Uhr = 5 UE ;   Sonntag, den 18.03.2018 von 09.00Uhr bis 16.15 Uhr = 7 UE, also insgesamt 12     Unterrichtseinheiten zu je 45 Minuten. Zwischen je   zwei Einheiten à 90 Minuten folgt eine Pause von etwa 15 Minuten, die Mittagspause am Samstag beträgt 90 Minuten.

OrtHotel  Astor, Bahnhofstr. 4, 04600 Altenburg.

 Kosten: 220,00 € für TeilnehmerInnen, die eine KV-Zulassung haben, 150,00 € für TeilnehmerInnen, die keine KV-Zulassung haben bzw. für  Studenten oder Auszubildende und Kunsttherapeuten. In den Teilnehmergebühren ist die Pausenversorgung und das Mittagessen am Samstag enthalten sowie auf CD ein Handout.

Übernachtung: Wir empfehlen das Hotel Astor www.hotel-astor-altenburg.de  gegenüber dem Bahnhof oder das Hotel am Rossplan  www.hotel-rossplan.com .

Anmeldung: (Link Termine / Termine Altenburg)  mit Nachricht an Ludwig Janus: janus.ludwig@gmail.com.

Bitte bei Anmeldung beachten: Anmeldung Teilnehmer mit KV – Zulassung und Anmeldung Teilnehmer ohne KV – Zulassung

Literatur:

Renate Hochauf (2007) Strukturdefizit und frühes Trauma.  Asanger, Kröning.

Renate Hochauf (2014)  Zugang analytischer Psychotherapie zu frühen Traumatisierungen. In: Evertz K, Janus l, Linder R (Hg.) Lehrbuch der Pränatalen Psychologie. Mattes, Heidelberg.

Renate Hochauf

Technikseminar zu Imaginativen Interventionen bei der Rekonstruktion früher Traumata (Fortsetzung)

Die Struktur schwerer Persönlichkeitsstörungen ist vor allem durch einen hohen Anteil präsymbolischer Repräsentanzen und dissoziativer (bzw. spaltungsdominierter) Abwehrvorgänge charakterisiert, was den Schluss zulässt, dass zentrale Symbolisierungsprozesse im Verlauf der Strukturbildung frühzeitig und schwer behindert wurden. Dissoziative Abwehrprozesse aber gelten unterdessen als Hinweis auf traumatische Erfahrungsanteile.

Finden in der vorsymbolischen Zeit schwere Traumatisierungen statt, können sich derartige Ereignisse infolge ihrer dissoziativen Abbildungsqualität nicht mit anderen Erfahrungen assoziieren und verdichten. Im Versuch ihrer reifungsbedingten Generalisierungsprozesse können sie später triggerbezogen auf Ersatzkonstellationen projiziert werden, was diese traumabezogen eingefärbt und ermöglicht, sie scheinbar „kontrollierend“ zu bewältigen. Diese analogen Verarbeitungsversuche, die oft eine kompensatorisch (rettende) bzw. negative (bedrohende) Bewertung aufweisen, lassen sich oft als Wegweiser zu traumatischen Erfahrungen nutzen und bedürfen, um hier therapeutische Erfahrungen vorwegzunehmen, nichtsymbolischer Interventionen.

Um diese körperlichen Notprogramme zu bearbeiten bedarf es eines methodischen Zuganges, der sich im Spektrum von Imagination, Körperarbeit und der Bearbeitung der Dynamik von innerem Kind – Regressionen und Introjektprägungen bewegt. Deren Einsatz muss sich an der Abbildungsspezifik früher Traumen orientieren, bei denen frühe Traumatisierungen eine besondere strukturelle Prägungsqualität anfordern.

Dafür eignen sich besonders imaginative Techniken, die sich mit unterschiedlicher Behandlungstechnik zwischen Stabilisierung, Kompensation und Traumarekonstruktion genutzt werden. Die Handhabung der  Rekonstruktion innerhalb dieses Spektrums soll in diesem Seminar über Selbsterfahrung reflektiert und geübt werden. Es werden Fälle vorgestellt bzw. Fälle der Teilnehmer werden referiert.

Diese Seminar ist eine Fortsetzung vorangegangener Veranstaltungen. Eine Teilnahme an vorausgegangenen Veranstaltungen als Voraussetzung ist nicht erforderlich.

Termin der Veranstaltung wird noch bekannt gegeben!

 

Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Kooperativen Bildungszentrum des
Basedow – Klinikums Saalekreis in Merseburg:

Renate Hochauf 

Curriculum:  Die Entstehung struktureller (früher) Defizite unter dem Aspekt einer Trauma – Folge – Störung

Supervisionsseminare 

Diese Veranstaltungen sind ein zusätzliches Angebot an Teilnehmer, die das Gesamtcurriculum weitestgehend absolviert haben. Sie beinhaltet Kombinationen aus der  Vermittlung neuer theoretischer und therapeutischer Erkenntnisse in der Traumatherapie Erwachsener, Kinder  und Jugendlicher als auch Selbsterfahrungs- und Technikdiskussionen (SE- Technikseminare) anhand konkreter Fallbeispiele. Es ist eine Weiterführung und Ergänzung der theoretischern Module und der Technikseminare.

Es wird gebeten, dass die Seminarteilnehmer eigene Fallbeispiele mitbringen, die dargestellt und diskutiert werden sollen. In den Technik- und SE- Vertiefungsseminaren wird überwiegend in Übungsgruppen (3-4 Personen) gearbeitet.

am 26.05. und 03.11.2018 von 09.00Uhr bis 16.00Uhr, Merseburg, Basedow -Klinikum

Den Teilnehmerpreis bitte beim Klinikum erfragen!

Weitere Hinweise zu Veranstaltungen entnehmen Sie bitte dem Gesamtplan bzw. dem Link „Aktuelles“ auf unserer Homepage.