Renate Hochauf
Übertragungsspezifik von Täter - Introjekten
Die Abbildung traumatisierter Erfahrung konfiguriert sich aus einer subkortikalen Dissoziation und einer kortikalen Spaltung. Für letzteren Abwehrvorgang spielt die Prägung über Täteraggressionen eine bedeutsame Rolle, die sich auf zwei neurobiologischen Ebenen abbilden.
Aus dem Schockzustand heraus ist eine subkortikale Fremdprägung durch Täterhandlungen möglich, die den inneren Zustand des Totstellreflexes gegenüber einer allmächtigen Fremdaggression anzeigt. Es prägen sich sensomatorische Eindrücke der Täter-Opfer-Interaktion in das „nicht besetzte“ Ich ein, die später in Form psychosomatischer und emotionaler Ich - Zustände sichtbar werden – als Endlos-Wiederholung körperlicher Zustände des damaligen Opfers oder als implantierte Täterimpulse, z. B. in Form von Affektdurchbrüchen und Wiederholungshandlungen. Letztere können tranceartig wie eigene affektive Tendenzen aktiviert werden.
Kortikal verankert sich eine introjizierte „Information“ über den Aggressor, dessen „Beziehung“ zum Opfer und dessen „Rechtfertigungen“. Es scheint sich um die Mechanismen zu handeln, die letztlich in die Struktur des Opfers als Täterintrojekt, als „Fremdkörper im Selbst“ (vgl. Ferenczi) eingehen. Die mentale Täter - Besetzung des Opfers an dieser Stelle kann infolge seiner völligen Dissoziation so stark sein , dass es diese später bei Aktivierung (fast) nicht von den eigenen Sichtweisen unterscheiden kann und diese Erfahrungsprägung - im Sinne eines Introjekts – das Über - Ich dominiert.
Diesem Vorgang soll sowohl theoretisch als auch an Fallbeispielen nachgegangen werden.
Besonders soll dabei die Differenzierung von identifikatorischen Prozessen im Sinne einer Überlebensanpassung an den Aggressor (Selbstanteile) gegenüber der fremdbestimmten Täter - Introjekte (Fremdkörper im Selbst) herausgearbeitet werden.
23.03.2012 / 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr
24.03.2012 / 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Ludwig Janus
Einführung in die pränatale Psychologie
Wir können in der westlichen Kultur in dem letzten Jahrhundert eine erstaunliche Erweiterung der Einfühlung in das Erleben der Kinder und die eigene Lebensgeschichte feststellen, die eine Erweiterung unserer Mentalität darstellt:
Es gibt ein seelisches Erleben vor und während der Geburt. Dieses ist in uns als eine Art "Hintergrundsfilm" lebenslang lebendig, es beeinflusst insbesondere, wie wir uns in der Welt beheimaten und wie wir mit Veränderungen umgehen. Die vorsprachlichen Erfahrungen vor und während der Geburt sind wesentliche Inhalte in unseren Mythen und der Kunst.
Prägende Erfahrungen für das spätere Lebensgefühl und Selbstgefühl werden somit in der vorgeburtlichen Zeit gemacht, und diese Geburtserfahrung prägt unseren späteren Umgang mit Veränderungen und unseren eigenen Individuationsmöglichkeiten. Die empirische Forschungslage ist ganz eindeutig: vorgeburtlicher Stress beeinflusst das spätere Verhalten im Sinne einer größeren Stressempfindlichkeit und die vorgeburtliche Atmosphäre prägt die synaptischen Verbindungen des sich entwickelnden Gehirns und damit Dispositionen zu bestimmten Verhaltensweisen und Gefühlseinstellungen. Dem entsprechen Beobachtungen aus verschiedenen psychotherapeutischen Settings. Gleichzeitig liegen in der vorgeburtlichen Zeit die vitalen Urerfahrungen eigener Lebendigkeit und Kraft, die durch traumatische Belastungen unzugänglich werden können und an die es in glückender Therapie wieder anzuschließen gilt. Praktisch folgt hieraus, dass die Beachtung der Folgewirkungen aus der vorgeburtlichen und geburtlichen Erfahrungen integraler Bestandteil von Psychotherapeutischen Behandlungen sein sollte
Folgende Schwerpunkte werden behandelt:
04.05.2012 / 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr
05.05.2012 / 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Wolfgang Lösch
Einführungsseminar
Imaginative-Körper-Psychotherapie (IKP)
Die Imaginative-Körper-Psychotherapie ist ein komplexes psychotherapeutisches Verfahren für die Arbeit mit schwer somatisch Erkrankten wie z.B. Multipler Sklerose und Autoimmunkrankheiten oder auch chronifizierten Schmerzpatienten. Grundlage der Arbeit mit körperlich Kranken bildet eine intensive und differenzierte Körperwahrnehmung. Die Methodenkombinationen beinhalten ein körperbezogen wahrnehmungsorientiertes Entspannungsverfahren, körperbezogene Wahrnehmungs- und Imaginationsarbeit und Maltherapie nach Gregg M. Furth.
Der Weg zur Verbesserung seiner körperlichen Situation wird anhand eigener Symbolbildungen durch den Patienten in therapeutischer Begleitung entwickelt. Dabei bildet sich eine individuelle Symbolisierung heraus. Symbolisierungen, die einen Bezug zu Konflikten, Traumata usw. aufweisen, die über die reine Körperwahrnehmung hinausgehen, werden gefördert. Schon zu Beginn wird ein „Ort innerer Ruhe und Geborgenheit“ eingeführt. Die Patienten malen die imaginierten Körperwahrnehmungen, die „Orte innerer Ruhe und Geborgenheit“ und die „inneren Ratgeber“ mit der nicht dominanten Hand. Die Bilder werden mit der Methode der Interpretation nach Gregg M. Furth bearbeitet. Wesentliches Ziel der IKP ist es, dass sich die Patienten in der Krankheit besser verstehen und eigenständig und aktiv an der Genesung bzw. Krankheitsbesserung beitragen können.
12.10.2012 / 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr
13.10.2012 / 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Renate Hochauf
Selbsterfahrungs- und Vertiefungsseminar
(Frühe Traumatisierung und Strukturentwicklung)
In dem Seminar sollen die in den bisherigen Ausbildungsgängen erarbeiteten Interventionen, Techniken und Prozessabläufe in ihrem Verständnis vertieft werden.
Dies soll in Kleingruppenarbeit geschehen, indem über Patientenbeispiele und SE-Anteile sowohl die Patientenrolle als auch die Therapeutenrolle reflektiert werden sollen.
Wichtige Zielstellung dieses Sonderseminars ist es, Verknüpfungen verschiedener traumatherapeutischer Techniken, Interventionen, Verlaufsschritte vor dem Hintergrund eines psychoananlytischen Prozessverständnisses zu vertiefen.
Im Vordergrund steht dabei die Balancierung von Aktual-Inszenierungen aus traumatischen Erfahrungen und deren Hintergrundsdynamik. Über die Abgrenzung traumabezogener Blockierungen von aktuellen Problemen, Symptomen, Handlungsanforderungen soll über parallelisierende Interventionen unterstützt werden, aktuelles Probehandeln wieder zu erlangen.
Damit sollen sowohl Erfahrungen mit der Therapeutenrolle im Zusammenhang mit diesen Interventionen (Technikeinsatz und Übertragungen) als auch mit der Wirkung dieser Interventionen auf den inneren Prozess (Patientenrolle) gemacht werden.
Das Seminar kann erst belegt werden, wenn mindestens zwei Module und zwei Technikseminare absolviert worden sind.
09.11.2012 / 15.00 Uhr bis 20.00 Uhr
10.11.2012 / 09.00 Uhr bis 16.00 Uhr
Weitere Hinweise zu Veranstaltungen entnehmen Sie bitte dem Gesamtplan bzw. dem Link "Aktuelles".